pabst, 18. jänner, shelter

weil das shelter einfach ein wunderbarer club ist und außerdem daniel seine solo-cd im rahmen der label night präsentierte,  nahmen die gräfin und meine wenigkeit auch wochentags den weiten weg in den 20. auf uns, um dort dem pabst zu lauschen.

daniel pabst

pabst, 18. jänner, shelter

bekannt vom saucoolen jazz quartett trafo wandelt der pabst neuerdings auf solospuren und spielte sein erstes album ein – songs for a hopeless minder. kollege haubentaucher schrieb “keine fahrstuhlmusik”, womit er definitiv recht hat – wieso er meinte, dass der daniel sowas machen wollen würde, ist mir allerdings nicht ganz klar – insbesondere wenn man sein herkommen aus der jazz- und improvisationsecke in rechnung stellt. anyway… es war ein netter, sehr familiärer abend im shelter, daniel schien locker und gelöst – und arbeitete sich durch sein sehr intimes album, inspiriert begleitet von schlagwerk und bass. songs, für die ein genre erst erfunden werden müsste – was sehr sympathisch ist. pabst versucht sich nicht anzubiedern, die songstrukturen lassen maximal anklingen, bleiben aber sehr authentisch – immer wieder die gitarre, als gleichwertiges organ neben der singstimme. definitiv ein hörtipp…

hank williams & townes van zandt tribute, 14. jänner, shelter

anstatt im cafe stadtbahn das wienerlied im country zu verorten, pilgerten kloepfer und meine wenigkeit ins shelter, wo der gar nicht mit genug lorbeeren zu versehende othmar für einen tribute-abend zu ehren der beiden country-legenden hank williams und townes van zandt sorgte. als haupt-act reiste hank ray aus berlin an – und gab eine mitreissende kostprobe seines gesanglichen könnens.

hank ray

hank ray, 14. jänner, shelter

mir sagte der name hank ray bis zu jenem abend ja nicht allzu viel, hatte nur die raymen im ohr – eher verstiegene sachen richtung rocka- und psychobilly. solo – ist der mann ein erlebnis. hat eine gesangliches können, das einen recht fassungslos hinterlässt. großartig – countricide, sein tribute-album zu hank williams sei somit herzlich empfohlen – wiewohl er live noch viel besser klang…

bruckner & kloepfer (sitzdisko) am 14. jänner im cafe stadtbahn ab 21.00 uhr

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vorab begibt sich hary wetterstein live auf die suche nach dem blues im wienerischen, anschließend versuchen kloepfer&ich das wienerlied im country zu entdecken… oder umgekehrt? wie auch immer – ein hoch interessantes unternehmen im allseits beliebten cafe stadtbahn in gersthof.

christmas… for outcasts…

es war vor etwa zwei jahren, wo ich über eine erkleckliche anzahl von interessanten, vergnüglichen, abgedrehten weihnachtssongs gestolpert bin. kurzentschlossen habe ich damals beschlossen, für meine lieben compilations mit weihnachtsliedern zusammen zu stellen, die als gegenprogramm zur weihnachtsbaumbeleuchteten familienaufstellung durchgehen… das wiederholte sich dann das jahr drauf – und auch heuer bin ich eben am fertig stellen meiner diesjährigen sammlung.

die heraus ragenden tracks 2011 sind – zuallererst die beinahe monumentale interpretation von “stille nacht” von josh t. pearson. der mann der dieses jahr mit “last of the country gentleman” wohl eines der stärksten folk-alben vorgelegt hat, dehnt den klassiker auf über acht minuten – und: natürlich ist er auch in sachen heiliger nacht völlig humorlos.
hörprobe: josh t. pearson: o holy night (mp3)

sehr hörenswert ist auch jim whites story vom verrecken eines busses am christtag inmitten vom nirgendwo…
hörprobe: jim white: christmas day (mp3)

einen recht humorlosen zugang zur jährlichen bimmelei haben auch die guinea worms – insbesondere das olfaktorische gewese hats diesen herren angetan…
hörprobe: guinea worms: christmas stunk (mp3)

in der beliebten reihe – ungewöhnliche orte, wo der heilige abend verbracht werden kann firmiert auch ox – hier wird (wieder einmal) das gefängnis bemüht.
hörprobe: ox: xmas in the jailhouse (mp3)

zu guter letzt noch eine nummer aus dem santa claus-genre – man kann nämlich den klassiker der beasts of bourbon auch auf den mann mit der pudelmütze umlegen…
hörprobe: thirsty dave’s western caravan: psycho (mp3)

best of 2011

nachdem der herr tillner seiner mumford&sons obsession offenbar schließlich doch noch entkommen scheint und sich vertrauensvoll an mich wandte, was es denn jetzt so gäbe, also was hörenswert wäre, nahm ich das gleich zum anlass meine jährliche best of liste in treuer falter-leserschaft zu verfassen…

also – was das fach gitarre angeht – die musikjournaille bemüht ja hier meist den terminus alternative: meinereiner hat sich da im letzten jahr recht nachhaltig in richtung härtere und lautere spielformen entfernt – lernen habe ich dann dürfen, dass in diesem zusammenhang zumeist von post- die rede/schreibe ist. also beinah wie damals, als ich/wir am philosophie-institut mit termini wie postmoderne und postdekonstruktion betoniert wurden… quasi das musikalische pendant wären dann postpunk, progrock, postpsych – und wie auch immer. kenn mich ja sowieso nicht aus, hat mich allerdings amüsiert…

nachhaltig beeindruckend fand ich The Skull Defekts – Peer Amid - ein bissl noisy mit tendenz zum hypnotisch repetetiven – aber durchaus mit groove.
hörprobe: the fragrant nimbus (mp3)
dann – schon seit letztem jahr aufm iPhone, heuer wieder mit neuer platte – Wooden Shjips – West. versatzstücke von bekanntem werden hier montiert in irendwas, das sich für mich so anhört wie der himmel über den endlosen amerikanischen landschaften, wenn man ihn so im fast forward drüber hinweg ziehen lässt… sehr cool!
hörprobe: looking out (mp3)
kürzlich erst stolperte ich über Tashaki Miyaki – Tashaki Miyaki (EP).  ein sehr bemerkenswertes duo – aus dem geiste des shoegaze mit einer frauenstimme die mich an debbie harris erinnert… anyway, wem shoegaze am a… vorbei geht, der sollte sich das ersparen.
hörprobe: heartbeat (buddy holly) (mp3)

rund ums tanzbare – also soul und elektronik und so weiter… nunja, naheliegend war natürlich Charles Bradley  - No Time For Dreaming auf die liste zu nehmen, klassischer soul in der nachfolge des von den Sharon Jones & The Dap-Kings losgetretenen revivals…
vor kurzem kamen mir auch die Alabama Shakes – Alabama Shakes (EP) unter – soul mit gehörigem roots anteil, mitunter höre ich da auch ein bissl die amy winehouse nachhallen. schön!
hörprobe: you ain’t alone (mp3)
aus elektronischen gefilden empfehle ich Nicolas Jaar – Space Is Only Noise. hoch interessantes geblubber und gefrittsel mit ein bissl techno/dub und sonstwas unten drunter. aber nicht aufdringlich.
hörprobe: too many kids finding rain in the dust (mp3)
hingewiesen werden muss übrigens noch auf die komplett großartige EP von Gary Clark Jr. – The Bright Lights. austin/TX ist offensichtlich der ort: ein ganz großartiges talent zeigt hier, was sich aus blues alles machen lässt…
hörprobe: the bright lights (mp3)

und ab gehts ins countryeske – nun, schon während meiner auflegereien dieses jahr versuchte ich die verehrte zuhörerInnenschaft dieses jahr auf die – meines erachtens – absolut fabulösen The Sumner Brothers –  In The Garage 2 (Your Last Chance) hinzuweisen. zwar ist die platte schon von 2010, aber erst 2011 bei mir gelandet…
hörprobe: going out west (mp3)
der göttliche William Elliott Whitmore hat mit seinen Field Songs ebenfalls wieder ein album gemacht. bei whitmore kann prinzipiell blind zugegriffen werden. der mann ist quasi unantastbar… übrigens – untenstehende hörprobe stammt nicht vom album, sondern von einer aqarium drunkard session…
hörprobe: one glass at a time (mp3)
wild stampfend, zwischen vaudeville, bluegrass und bluesrock verarbeiten The Imperial Rooster auf Decent People alles, was die musikgeschichte hergibt – perfekter stoff fürs nächste cross country gemetzel im altehrwürdigen cafe stadtbahn, das so gott-oder-wer-auch-immer-will am 14. jänner 2012 zur ausführung gelangen wird…
hörprobe: dwi marijuana blues (mp3)

eine offenbarung

es ist im grunde vollkommen unbegreiflich wie dieser mann das macht. die rede ist von reverend peyton. ein hüne von mann mit kariertem hemd und ausgebeulten hosen. eine schiebermütze thront am vollbartumkränzten kopf, die augen leuchten, schauen munter in die menge: ready to roll? fragt er ins gut gefüllte chelsea, bevor er seine hymne anstimmt: when i say clap your hands, it’s on you – clap! hey you, how can you clap your hands when you hold a beer? finish it, faster… clap!

reverend peyton

© Ulf Woitakowski

und die menge klatscht, stampft, rumpelt… während der reverend seinen predigtdienst am altar von country, blues und punk verrichtet: indem er auf einer gitarre gleichzeitig bass und melodie spielt. unfassbar. und für die, die es nach den ersten nummern noch nicht bemerkt haben, erklärt er es dann noch ganz genau: das macht er mit dem daumen – also den bass. und dann gibz da noch mindestens vier finger, mit denen sich höllisch viel an melodie spielen lässt. un-fass-bar. und der rest der familie?

breezy peyton

© Ulf Woitakowski


der cousin aaron malträtiert das schlagwerk, gattin breezy streichelt ein waschbrett kaputt. und nachdem das bis zum schluss nicht recht gelingen will, zündet sie es zum abschied kurzerhand an. YES! READY TO ROLL!

jimi lebt!

(c) Marie Planeille

als jimi hendrix aus dem koma erwachte, lag er in einem tuareg-zelt im norden von mali. er wusste weder wo er war, noch wer er war. er kannte keinen der restlichen menschen im zelt. sie beachteten ihn nicht weiter, saßen rund um ein lagerfeuer, tranken tee und jammten auf gitarren und klatschten dazu. er hörte ihnen zu und verstand zunächst kein wort. nach und nach brachten sie ihm ihre sprache bei, irgendwann ließen sie ihn auch auf der gitarre spielen: und sie konnten kaum glauben, was sie dann zu hören kriegten. er wusste selbst nicht, wann und wo er so zu spielen gelernt hatte. es interessierte auch keinen. fortan spielte er mit ihnen – und irgendwann erklärte er ihnen, dass die gitarren durchaus interessant klingen würden, wenn sie elektrisch verstärkt werden. sie nannten sich tinariwen (was in ihrer sprache “wüsten” heißt), nahmen eine platte auf und spielten ihr erstes großes konzert in mali beim “festival au desért”. gestern spielten sie in wien. es war furios. die wüste erstreckte sich bis ins WUK. der sand knirschte, wenn ich die zähne zusammenbiss. was ich vor allem tat, weil ich bis dahin nicht wusste, dass jimi lebt. sie lernten auch österreichisch: danke schön! das sagten sie immer wieder mal, nachdem sie eines ihrer stücke fertig gespielt hatten. sie ließen sich viel zeit dabei. oft begann ein einzelner musiker alleine mit einem lied und die anderen stimmten erst später mitein, oft klang es wie ein zwiegespräch, wie wenn einer spricht – und die wüste antwortet ihm. immer hatte ich den eindruck, dass der rhythmus ziemlich genau verschiedenen kamelgeschwindigkeiten entsprach: vom gemächlich wandernden kamel, zum trabenden bis zum galoppierenden… alles war zu hören, alles gabs zu sehen. ich verstehe jetzt, was es heißt, wennn von söhnen der wüste gesprochen wird…