bonnie ‚prince‘ billy: i see a darkness

man muss diesen mann lieben. darkness? ententanz…

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8/5 theater akzent: tindersticks

(c) Pfoff

weder weiß ich um das verhältnis von stuart staples zu lee hazlewood noch ist mir bekannt, ob sich die beiden überhaupt persönlich gekannt haben. dass der walrossbart eine zumindest optische referenz nahe legt, hat die pophistoriker gleich mutmaßen lassen, dass der einfluss vom mann aus oklahoma auf die tindersticks gar nicht überschätzt werden kann. das wag‘ ich nicht zu beurteilen – würd‘ allerdings anmerken, dass hazlewoods zugang zur ballade – meines erachtens – ein ungleich zynischerer ist, verglichen zur getragenen, mitunter schwelglerischen melancholie staples‘. da wäre dann als referenzpunkt wohl leonard cohen besser geeignet – aber wahrscheinlich ist das eine recht akademische debatte. wie auch immer – wie schon 2008 setzten die tindersticks auf ein david-lynch-vorhang-setting, das ihrer performance etwas barmäßig zeitloses verleiht – und also denkbar gut mit ihren rhythmen harmoniert. auch wenn mit beinahe jedem album andere zugänge ausprobiert werden, so bleibt das zentrum unverändert: es geht ums gewicht des herzens und die unmöglichkeit dieser schwere zu entgehen. ob uptempo oder downtempo, mit soul versetzt oder an die 80er gemahnendes saxophon – im zusammenspiel mit staples‘ bariton ergibt sich eine stimmung jenseits jeglicher  zeitgeistigkeit, der das akzent optisch einen sehr reizvollen rahmen gab, allerdings – soundtechnisch nur sehr schlecht nach kam.

donaufestival 2012

diesjährig konzentriert auf freitag den 4. mai – im zeichen des elektronischen gefrickels…

wenn david lynch nicht den blues dekonstruieren würde sondern techno, dann könnte sich das meines erachtens in etwa so anhören wie chris cunninghams soundstudien, irgendwo zwischen ambient und technogebolze, quer gelesen mit songstrukturen von gill scott-heron oder etwa grace jones. dieses an sich schon recht beeindruckende hörerlebnis wird visuell mit technogetakteten schnitten an menschlichen körperlandschaften unter/über/malt – gewaltig, wenn auch etwas buben/mädchentraummäßig. aber das lässt sich ja dem guten herrn lynch auch vorwerfen und ist demnach nicht per se schlecht.

nachher gabs pantha du prince zu bestaunen. house, an der schnittstelle zum techno, keine schnitte, eine tapete – nur die laserstrahlen konturieren. nunja, so eingängig auch tapeziert wird, das live-erlebnis hält sich dann doch in grenzen.