Lou Reed: Perfect Day

Just a perfect day
you made me forget myself
I thought I was
someone else, someone good.

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Willis Earl Beal: Too Dry to Cry

Willis Earl Beal hat eine neue Platte gemacht – mit dem weisen Titel: Nobody knows, die ist natürlich nur jedem und jeder anzuempfehlen. Schon 2012 in meine best-of-Liste gerutscht, hat er sich damit auch dieses Jahr definitiv in Position gebracht.

Don’t leave me hanging like a spider with no fly
Cause I’ve been banging on the walls cause I’m too dry to cry

David Byrne & St. Vincent: Road to Nowhere

Mood of the day.

Well we know where we’re goin‘
but we don’t know where we’ve been
and wie know what we’re knowin‘
but we can’t say what we’ve seen
and we’re not little children
and we know what we want
and the future is certain
give us time to work it out.

 

Bob Log III im Wirr: Wrestling the Blues

Der wie aus einem David-Lynch-Film importierte Keller des Wirr in der Burggasse war proppevoll. Anzunehmen wäre gewesen, dass sich Bierbäuche in Lederjacken nebst graumelierten Rossschwänzen tummeln würden, immerhin war Blues angesagt. Allerdings trifft Bob Logs Spielart der Blues-Zertrümmerung via Geschwindigkeit offensichtlich auch eine  weiche Stelle der Hipster-Crowd aus dem 7. Hieb – eine erkleckliche Anzahl an Pudelmützen, Ringel-T-Shirts und Ray Bans mischte sich unter die Alt-Bluesies.

bob logg III

Bob Logg III

Bob Log III erschien in hautengem Nicki-Overall mit Blinklichtern, dazu trug er einen formschönen Glitzer-Vollvisierhelm mit eingearbeitetem Telefonhörer (für die jungeren Semester: Früher war telefonieren nur von fixen Apparaten aus möglich, deren Hörer Mund und Ohr mittels eines Hängels verband, der sich auch vorzüglich dafür eignete, Leute damit zu verhauen…). Und Erscheinen ist keine Übertreibung: Vom Seiteneingang donnern die ersten Bluesriffe in die Menge, von hinten beleuchtet, kommt Bob Log III die Stufen herab, beinahe wie ein Gladiator – oder einer der Wrestler, die früher seine Kostüme für ihre Shows benutzten.

Nennen wir es: Wrestling the Blues.

Bob Log III versammelt alles Schweinische und Unzüchtige des alten Delta-Blues und beschleunigt es ins Surreale, um dann den Rhythmus immer wieder nach Lust und Laune zu brechen, zu zerdehnen und wieder voll anlaufen zu lassen. Mit Basstrommel, Becken und Rhythmusmaschinen bereitet er den Boden für eine Slide-Gitarre, wo kein Mensch bisher wissen konnte, dass die auch so zu spielen ist. Bob Log III veröffentlicht auf Fat Possum – da, wo die alten Schweinigeln des Blues ihr zu Hause hatten/haben, R.L. Burnside etwa, T-Model Ford oder Cedell Davis. Und bei diesen alten Männern ist Bob Log III in die Lehre gegangen, nur dass er deren Coolness und Nonchalance auf die doppelte Geschwindigkeit hochjazzt und damit der Anmaßung á priori eine ironische Spitze gibt. Ich bin weiß und mein Blues deshalb nie schwarz. Und trotzdem perfekt. Wie meine Scheiße.  

Beethoven.

Um 1800 nahm der Anteil an Frauen, die Klavierkonzerte gaben, signifikant ab. Tia DeNora legte letzte Woche bei der Konferenz „Musik, Gender & Differenz“ dar, dass dies u. a. auch daran lag, dass die Kompositionen Beethovens dem Interpreten eine andere Körperlichkeit abverlangten. Die Mozartschen Pianistenhände wichen bloßen Fäusten.

Allerdings: Die Waffen einer Frau sind um einiges… ansehnlicher.

18/10 Wirr goes Wirr-Warr: Bob Log III

Die Mutter aller One-Man-Bands wird des freitags in Wien im Wirr Halt machen – und jeder und jede, die den Rumbling Helmet bis jetzt noch nicht zu sehen kriegte, ist sowieso verpflichtet hin zu gehen. Alle anderen, die ihn schon erleben durften, werden sowieso da sein. Wahrlich, der Mann ist ein Ereignis.