Slim Cessna’s Auto Club: Eine Lektion in Sachen Landleben –

…geben am Mittwoch im Chelsea die bierernsten Herren des Automobilclubs aus Denver. Mit Betonung auf Bier. Ob einer der Hunderten Mitmusizierenden Ernst heißt entzieht sich meiner Kenntnis und ist auch – richtig: wurst. Wichtig hingegen ist, dass die Herren einen Bastard von Country hegen und pflegen, der einem sofort die Tränen in die Augen treibt und die konsequenterweise nur mit Unmengen von Bier gestillt werden können.

Late in the dark time
I went creeping round the town
Into every pineboard shed
All their tools I did found

I put them in my vice grip
Turned them to the left and right
Returned them to their tool sheds
Straightened out this town with might

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6/10 chelsea: dan stuart & sacri cuori

dass arizona durchaus in italien liegen kann beziehungsweise italiener arizona im blut haben können, bewiesen hingebungsvoll sacri cuori, die sowohl die vorband für dan stuart machten als auch seine begleitung. eine leadgitarre, ein bass, orgel+akkordeon und schlagzeug evozierten die wüste in ottakring – und dafür war kein gesang von nöten.

und dann sprang der herr in den besten jahren auf die bühne (in jüngeren jahren war er bestimmender anteil von green on red!), dan stuart. wie ein etwas in die jahre gekommener jeff daniels mit gitarre gab er den wüstenitalienern noch zeit für ein kurzes pausenbier und machte auf singer/sogwriter.

der jack nicholson in ihm harrte seiner befreiung – die insbesondere dann ihre inszenierung fand, wenn alte green on red nummern zur aufführung gelangten und also das freundliche jeff-daniels-lächeln sich zur fratze verzerrte und der mond angeheult wurde. rock’n’roll!

eine offenbarung

es ist im grunde vollkommen unbegreiflich wie dieser mann das macht. die rede ist von reverend peyton. ein hüne von mann mit kariertem hemd und ausgebeulten hosen. eine schiebermütze thront am vollbartumkränzten kopf, die augen leuchten, schauen munter in die menge: ready to roll? fragt er ins gut gefüllte chelsea, bevor er seine hymne anstimmt: when i say clap your hands, it’s on you – clap! hey you, how can you clap your hands when you hold a beer? finish it, faster… clap!

reverend peyton

© Ulf Woitakowski

und die menge klatscht, stampft, rumpelt… während der reverend seinen predigtdienst am altar von country, blues und punk verrichtet: indem er auf einer gitarre gleichzeitig bass und melodie spielt. unfassbar. und für die, die es nach den ersten nummern noch nicht bemerkt haben, erklärt er es dann noch ganz genau: das macht er mit dem daumen – also den bass. und dann gibz da noch mindestens vier finger, mit denen sich höllisch viel an melodie spielen lässt. un-fass-bar. und der rest der familie?

breezy peyton

© Ulf Woitakowski


der cousin aaron malträtiert das schlagwerk, gattin breezy streichelt ein waschbrett kaputt. und nachdem das bis zum schluss nicht recht gelingen will, zündet sie es zum abschied kurzerhand an. YES! READY TO ROLL!