Das Shelter war ein Honky Tonk: Dale Watson

Dem Othmar Loschy ist gar nicht laut und oft genug Dank zu sagen dafür, dass er erstmalig Dale Watson nach Wien lotste, wo er gestern im Shelter ein herzhaftes Konzert gab. Dale Watson, dessen Aussehen und Auftreten allein schon was ikonenhaftes hat, mit inzwischen silbrig-weißer 50er-Tolle, flächigen Tattoos an beiden Armen, schwarzem Leder-Gilet und exakt gebügelter Anzughose über blank polierten Stiefeln.

dale watson, shelter, 12/2/13

dale watson, shelter, 12/2/13

Der Mann hat Stil, hat Klasse – und weiß über Country alles, was nötig ist.  Und bemächtigt sich dieser Roots wie unsereiner dem kleinen 1×1, wenn es gilt den nächsten Wocheneinkauf zu kalkulieren. Ob es nun ums bezeichnende Boom-Chicka-Boom von Johnny Cash geht oder des Timbre von Elvis – das beunruhigt Dale Watson ungefähr so viel wie die Aussicht noch mit 23 Menschen anstoßen zu müssen… Sein Territorium – hundertmal vermessen, da kennt er jede Achtelnote, jeden Akkord. Und das demonstrierte er im Shelter mit entsprechender Spielfreude, Abgeklärtheit und einer gehörigen Portion Selbstironie. Many Thanks, Mister Watson. Many Thanks, Mister Loschy.

dale watson, shelter 12/2/2013

dale watson, shelter 12/2/2013

 

Advertisements

Konzertausblick 2013, so far…

Weil das kürzlich ein Thema war – will ich kurz zusammen schreiben, welche Konzerte ich mir für heuer schon notiert habe und die ich folgedessen auch zu besuchen empfehle:

Der überaus umtriebige Othmar Loschy hat es geschafft Dale Watson am 12. Februar ins Shelter zu bestellen – darauf muss man sich ganz überbordend freuen und kann jetzt schon mal die Tolle bürsten…

Harte Konkurrenz für Dale – da die 60s-Nostalgiker Raveonettes am selben Tag die Arena entern…

Am 7. März ist übrigens zu erwarten, dass sich Hinz und Kunz um den Einlass im Gasometer prügeln – die britischen Everybody’s Darling’s Mumford & Sons werden erwartet (Georg, ich seh‘ dich schon im dritten Hieb zelten…). Wem das zu Mainstream ist, der könnte sich beispielsweise ins Chelsea verkrümeln, wo Bobby Geloso von seinen größten Fehlern im Leben berichten wird – und Toni Ramone (der Dribbelkönig des SG Funkenflug) Gitarrensolis fabriziert.

Worauf ich mich schon sehr freue, ist: Das Berliner Experimentalelektroniktechnoprojekt Brandt Brauer Frick spielt am 11. März im Chaya Fuera!

Das B72 glänzt am 21. März mit Jake Bugg – den viele Music-Blogs in ihren Best-of-2012 Listen hatten – Obacht!

Worauf die HornbrillenträgerInnen unter uns wohl schon schwer süchtelnd warten, ist der Auftritt von Tocotronic am 9. April in der Arena. Und aufs erste Reinhören, muss ich zugeben, das klingt nun mal eben nicht schlecht…

Wem eher nach HornbrillenträgerInnenverarsche ist, dem sei der rockige Rocko Schamoni empfohlen, der sich am 18. April im WUK die Ehre gibt.

Am 3. Mai kommt – wiederum dank des unermüdlichen Othmar – Kinky Friedman ins Aera – der definitv scharfzüngigste texanische Jude, der überhaupt vorstellbar ist…

Worauf der Sandwurm schon verwiesen hat: Mark Oliver Everett alias E kommt mit seinen definitv nicht so stromliniengeformten Eels am 21. April in die Gasometer. (Zwei Tage zuvor ist im selben Etablissement Lana Del Rey zu besichtigen, was ich allerdings nicht als Empfehlung verstanden wissen will.)

Richtig herzhaft die Seele aus dem Leib tanzen ließe sich wahrscheinlich am 19. Juli auf der Burg Clam, wenn Parov Stelar dort elektrisch eklektisch schwingt.