5. Jänner: Tribute to Hank Williams & Townes Van Zandt

hank williams

Hank Williams

Unser aller liebster Konzertveranstalter, der beherzte Herr Othmar, verortet das diesjährige Tribute zu den beiden Erzengeln der ruralen Traurigkeit in der herzerwärmenden Betonwanne des Fluc. Wir werden uns nicht abschrecken lassen und trotzdem hingehen.

Townes Van Zandt

Townes Van Zandt

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Alabama liegt in Südtirol

Oder umgekehrt. Dominik Plangger spielte zusammen mit Claudia Fenzl, Alessandra Cecala und Mauro Ferrarese eine Ramblin‘ Man Session im Café Stadtbahn – und wer nicht dort war, ist aufrichtig zu bedauern.

Nach dem Kindergeburtstagsfest von Florian Horwath und dem Funkenflug von Sparkle Drive wieder ein Konzert beim Herrn Eckhard, das zur Legendenbildung beiträgt…

Claudia Fenzl, Alessandra Cecala, Mauro Ferrarese, Dominik Plangger

(c) Roman Sonnleitner

Dass das Liedgut des Namensgebers der Session eine ausgiebige Würdigung erfuhr, bedarf wahrscheinlich keinen weiteren Ausführungen. Weil zu nahe liegend. Das wie muss allerdings hervorgehoben werden: Routine ist der Tod jedes Cover-Musikers – weshalb der Session-Zugang wahrscheinlich der einzig adäquate ist, wie man sich dem Thema widmen kann, ohne sich dabei in Mustern zu verlieren und also selbst zum Muster zu werden. Nichts von alledem: Plangger, Fenzl, Ferrarese und Cecala beweisen, dass man nicht in Alabama geboren sein muss, um beherzt und also mit Seele Hank Williams-Songs interpretieren zu können. Was meines Erachtens den Schlüssel für das euphorisierende Moment ihrer Performance darstellt: Seele. Es war beinahe so, wie wenn die Seele des großen alten Schmerzensmannes kurz durchs brechend volle Stadtbahn schwebte, wie wenn sich der Zigarettenrauch einen Moment lang zu seinem Antlitz verdichten würde, den Hut ein bisschen aus der Stirn gedrückt, mit akkurat geknoteter Schleife, saß er auf Planggers Schulter und lächelte – und wir alle sangen lauthals:

Son of a Gun, we’ll have big fun on the Bayou…

Übrigens: Alle denen es nicht vergönnt war, diese legendäre Session zu sehen –
es gibt Morgen, am Dienstag im Headquarter in der Beckmanngasse eine neuerliche Chance.

The The: I Saw The Light

1995 brachte Matt Johnson ein Album, Hanky Panky, ausschließlich mit Cover-Versionen von Hank Williams heraus – die Kritik vernichtete es. Einzig – I Saw The Light – fand den Weg in die UK-Charts. Unverständlich, finde ich – und lege jeder und jedem nahe, mal rein zu hören…

hank williams & townes van zandt tribute, 14. jänner, shelter

anstatt im cafe stadtbahn das wienerlied im country zu verorten, pilgerten kloepfer und meine wenigkeit ins shelter, wo der gar nicht mit genug lorbeeren zu versehende othmar für einen tribute-abend zu ehren der beiden country-legenden hank williams und townes van zandt sorgte. als haupt-act reiste hank ray aus berlin an – und gab eine mitreissende kostprobe seines gesanglichen könnens.

hank ray

hank ray, 14. jänner, shelter

mir sagte der name hank ray bis zu jenem abend ja nicht allzu viel, hatte nur die raymen im ohr – eher verstiegene sachen richtung rocka- und psychobilly. solo – ist der mann ein erlebnis. hat eine gesangliches können, das einen recht fassungslos hinterlässt. großartig – countricide, sein tribute-album zu hank williams sei somit herzlich empfohlen – wiewohl er live noch viel besser klang…