best of 2012

kurz vorab: schon letztes jahr hab‘ ich – rund um den soul – an dieser stelle auf die EP von den alabama shakes verwiesen, mittlerweile liegt ein album – boys and girls – vor, das logischerweise dringend anempfohlen werden muss: tief verwurzelt im blues und damit in den südstaaten zelebriert brittany howard den soul – ein erlebnis. ebenfalls ein letztjähriger hinweis – gary clark jr. – der vor ein paar monaten auch eingang in die fm4 charts fand. für mich noch immer eine entdeckung!

wenn man die diesjährigen best-of listen durchforstet – betreffend das seelenfach, kommt die schreibe – logischerweise – auf die wieder aufgetauchten dexys mit one day i’m going to soar, den technifizierten bobby womack mit the bravest man in the universe und der zweiten platte von lee fields nach seiner wiederauferstehung 2009: faithful man… meines erachtens durchaus hörenswert, allerdings halt nicht: die entdeckung…

als eben eine solche firmiert bei mir nick waterhouse mit time’s all gone. nachdem er 2010 mit zwei singles‘ aufzeigte, liefert er mit dem album peppigen 60s-blueeyed-soul, perfekt gemischt mit hang zum nostalgischen.

alice russell & quantic liefern mit look around the corner soul, der mit jazz, bossa nova und salsa wie auch funk kurz geschlossen wird – das ergebnis ist definitv cool.

wie schon letztes jahr trieb ich mich, was das gitarrenfach angeht eher in abgdrehteren gefilden um, weswegen mein erster tipp auch gleich ein tatsächlich spaciger ist: das moon duo auf den spuren ralph emerson waldo legte mit circles ein wahrlich ko(s)misches werk vor. großes (kopf)kino.

und zweitens: nach fast einem jahrzehnt begaben sich godspeed you! black emperor wieder ins studio (und auch auf tournee – was sie auch in die arena führte und dort ein konzert des jahres zur folge hatte, wie mir aus glaubhafter quelle berichtet wurde) – und allelujah! don’t bend! ascend! – das ergebnis ist in sachen post-rock ein monument. obacht – unterhaltend ist keine kategorie.

willis earl beal’s lo-fi-kunstigkeiten sind jetzt mit acousmatic sorcery auch auf platte erhältlich. definitiv hörenswert, wenn sich dieser mann mittels kochtopf industrial fürs singer-songwrtiting-genre umdeutet…

in sachen haus-genre und also country: klar – die alten herren müssen erwähnt werden, da sie durchwegs solide arbeiten ablieferten – von bruce springsteen’s wrecking ball über bob dylan‘s tempest zu neil young’s psychedelic pill – schön, dass es sie noch gibt und dass sie nach wie vor produzieren, allerdings müssen sie an ihren bisherigen arbeiten gemessen werden und dem beitrag für 2012…

zu erwähnen ist meines erachtens auf alle fälle – einmal mehrjamey johnson. mit living for a song: a tribute to hank cochran arbeitet er sich mit altstars wie emmylou harris, willie nelson und elvis costello am oeuvre von hank cochran ab, der mitte der 50er country mit rockabilly verquirlte und ein durchaus wichtiges songbook für die country-gemeinde hinterließ. klassisch, wunderschön.

justin townes earle, steve earle’s sohnemann glänzt wieder mit einer platte – tja, dem kerl bin ich irgendwie verfallen, der macht einfach alles richtig und ist einfach auch wikrlich cool… nothing’s gonna change the way you feel about me now

quasi parallelisierend zur retro-abteilung in sachen soul kann jd mcpherson für country gesehen werden. hart richtung rock&roll und rockabilly getrimmt singt hier ein wiedergänger eddie cochran: wenn da die hüften nicht zucken, sitzt man im rollstuhl… signs & signifiers!

best of 2010

et voilá – das jahr schlittert seinem ende entgegen – aller orten werden listen verlautbart – best of dies & best of das… – in meiner erinnerung war da natürlich zuallererst der falter mit seinem jedes jahr wieder höchst vergnüglichen best of böse…anyway – der bruckner unternimmt auch dieses jahr wieder den anlauf in den drei bereichen alternative, country und soul die für ihn herausragendsten platten zu küren.

im alternativen land wurden wohl die neuen alben von arcade fire („the suburbs“) und von the national („high violet“) mit am meisten aufmerksamkeit bedacht. dementsprechend gehen die meinungen über ihre qualität auch recht weit auseinander… meiner meinung ist „high violet“ ein recht solides album geworden, zwar nicht mehr so zwingend wie „alligator“ aus 2005 – aber nichtsdestotrotz: die vocals von matt berninger sind nach wie vor zum sterben schön… arcade fires „the suburbs“ ist eine zeitreise zurück in die suburbs und die sounds von dort. nun, die muss man nicht unbedingt mögen. sehr erfreulich war das zweite album der broken records „let me come home“ – schon das letztjährige „until the earth begins to part“ war stark, aber mit „let me come home“ haben die schotten gute chancen den durchbruch zu schaffen… meine ganz persönliche entdeckung waren nü sensae mit „tv, death and the devil“: ein duo aus vancouver, schlagzeug und bass, zwischen noise und punk – direkt aus der garage – groß! á propos groß – zwar ebenso nicht (ganz) im genre – wohl eher bei den elektronikern, die gibz allerdings bei mir ja nicht… weshalb ich trentemoller mit „into the great wide yonder“ der einfachheit halber hier erwähne: großes knöpferlgedrehe aus dem herzigen dänemark…

was den soul angeht, kam man dieses jahr wohl keinesfalls an cee-lo greens „the ladykiller“ vorbei, angeführt vom herzerweichenden „fuck you„. mit kirchenerprobtem stimmgewitter wird da tief in der soulschublade gekramt, motown zerwuselt und quincy jones geplündert. á propos nicht vorbeikommen: beinahe die nervigkeitsgrenze hat das dauergespiele auf allen frequenzen von aloe baccsi need a dollar“ vom album „good things“ überschritten… janelle monae legte mit „the archandroid“ ein konzeptalbum vor – sci-fi im soulgewand: fabulös… jc brooks & the uptown sound sind auf „beat of our own drum“ eher retro-mäßig unterwegs, aber definitv solide. wie auch ben mit „l’oncle soul“ – fluch schrieb „alte hüte in bester fason“ – yep!

zum schluss noch ein paar country-platten, die sich ganz bestimmt gut im plattenregal machen. in sachen familienruf hoch halten, machte der sohnemann vom steve earle, nämlich justin townes earle mit „harlem river blues“ den papa sicher stolz – und dem namenspatron townes van zandt alle ehre… sehr produktiv war james jackson toth aka wooden wand, er machte 2010 gleich zwei platten – „wither thou goest, cretin“ und „the death seat“ – country aus der folk-ecke… und dann war da noch: jamey johnson! „the guitar song“ – klassischer country-bariton, manchmal croonend, dann wieder blues-stampfend, nashville immer hart im hintergrund…