Florian Horwath verwandelte das Cafe Stadtbahn…

…in einen Kindergeburtstag als er – sehr zum Missfallen von Herrn Eckhard – Kindergeburtstagslichter verteilte: Ein amüsanter Widerpart zum besungenen Teufel, zur eher an Pech und Schwefel gemahnenden brodelnden Atmosphäre im Stadtbahn, wo kein Stehplatz mehr frei war – und Atemluft nur mit hoher Nikotinkonzentration zur Verfügung stand.

florian horwath, cafe stadtbahn, 12/1/2013

Was dem Vergnügen allerdings keinen Abbruch tat: Horwath und seine Mitmusiker (Kyrre Kvam , Boris Fiala und Stefan Galler) präsentierten sich in Spiellaune und gaben nach kurzen Außenluftschnapppausen auch noch Zugaben – das hatte beinah‘ etwas Suizidales…

florian horwath, cafe stadtbahn, 12/1/2013

florian horwath, cafe stadtbahn, 12/1/2013

florian horwath, cafe stadtbahn, 12/1/2013

kyrre kvam, cafe stadtbahn, 12/1/2013

Und neben der erfreulichen Tatsache, dass dem Herrn Horwath am altehrwürdigen Cafe Stadtbahn gelegen ist und er selbiges konzertant beehrt, ist außerdem schon jetzt drauf hin zu weisen, dass selbiger Herr Horwath die Greisslerei am Lidlberg wieder zum Leben (Schöffelgasse 13, keine 100 Schritte vom Stadtbahn!) erwecken will, wo er dann ebenfalls akustisch zu Werke gehen wird. Wir freuen uns schon jetzt, ganz außerordentlich!

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donaufestival 2012

diesjährig konzentriert auf freitag den 4. mai – im zeichen des elektronischen gefrickels…

wenn david lynch nicht den blues dekonstruieren würde sondern techno, dann könnte sich das meines erachtens in etwa so anhören wie chris cunninghams soundstudien, irgendwo zwischen ambient und technogebolze, quer gelesen mit songstrukturen von gill scott-heron oder etwa grace jones. dieses an sich schon recht beeindruckende hörerlebnis wird visuell mit technogetakteten schnitten an menschlichen körperlandschaften unter/über/malt – gewaltig, wenn auch etwas buben/mädchentraummäßig. aber das lässt sich ja dem guten herrn lynch auch vorwerfen und ist demnach nicht per se schlecht.

nachher gabs pantha du prince zu bestaunen. house, an der schnittstelle zum techno, keine schnitte, eine tapete – nur die laserstrahlen konturieren. nunja, so eingängig auch tapeziert wird, das live-erlebnis hält sich dann doch in grenzen.

lambchop, 27/2 konzerthaus

Bild

(c) dapd

kurt wagner ist ein mann der leisen töne. und lambchop, die band, der er die stimme gibt, beserlt dezent im hintergrund. mitunter: sehr dezent. courtney tidwell, die zur einstimmung die vorsängerin machte, akzentuierte phasenweise, sirenierte – quasi kontrapunktisch zu wagners kontrabariton. so blieben denn am meisten in erinnerung, die kurzen dialoge zwischen kurt wagner und tony crow, dem pianisten, der offensichtlich – neben seinem sinn fürs jazzige klavier – auch durchaus unterhaltungsmäßiges im schilde führte. zum glück.

mit glänzenden augen…

erwähnt werden muss vorab und unumwunden: nein, im grunde wollte ich mir bright eyes nicht angucken – die gräfin allerdings schon. das ausschlaggebende argument für den gestrigen besuch in der arena war demnach: auch two gallants gaben wien die ehre – und um die beiden „fuckin‘ weirdos aus san francisco“ (so oder so ähnlich bezeichnete connor oberst seine tourgefährten) zu sehen, willigte ich schließlich ein (puhhh)… und prompt brauchte der handwerkliche besuch tagsüber ein stückl länger, sodass die gräfin und ich erst gegen 18.00 uhr gen erdberg aufbrachen. wo wir da ankamen und ich mutwillig beschloss, noch eine ehrenrunde auf irgendeiner dieser vollkommen desorientierenden stadtautobahnen zu drehen, tat der herrgott die schleusen auf und es regnete hunde und katzen. seis drum, dachte ich und mutmaßte lauthals, dass ob der nassen witterung sicher auch noch nicht konzertiert werde – die gräfin allerdings gab zu bedenken, dass sie schon musik aus dem ziegelbau vernommen hätte. ich entgegnete trocken: soundcheck. von wegen: der vermutete soundcheck war knüppelharter folkrock aus kalifornien – und wo wir die arena schließlich enterten, flüchteten sich die beiden gallanten schon wieder ins trockene. sehr super, der hauptgrund meines kommens, geschichte. ich ergab mich dem schicksal und mimte glänzende augen. nach dem recht belanglosen americana-gesülze von  jenny und johnny war’s dann also soweit: everybodys darling der indieszene, connor oberst, zentrierte sich auf der bühne und mimte den britpop-dandy samt röhrlhose, samtsakko und pilzkopf.

bright eyes, connor oberst

foto by flo wieser

womit von vornherein klar war, wer hier das sagen hat – und wovon auch recht wortreich gebrauch gemacht wurde: der mann aus omaha, nebraska – „a damned sad and lonely place“ – plaudert gerne und ausführlich und bestach zudem mit der meines erachtens (franz bestätigte!) euphorisierendsten bandvorstellung ever: man muss diese menschen nach den oberstschen lobeshymnen einfach gern haben… anyway: den anfang machten ein paar nummern aus dem aktuellen album, was meinereinen eher dazu veranlasste, schnell noch bier holen zu gehen bzw. vor den mobiklos anzustehen und der gräfin gegenüber ein paar verächtliche bemerkungen betreffend pop zu machen. allerdings spätestens mit „lover, i don’t have to love“ war es auch mit meiner stoischen distanziertheit vorbei: oberst zelebrierte solo am keyboard – herzzereißend… starke momente bescherte insbesondere nate walcott, der – an sich mit keyboards beschäftigt – immer wieder mal zur trompete griff und den bright eyes ein bissl calexico impfte – sehr schön, wüstensand im mittelwesten. zu guter letzt – weils so ein feiner abend war – holte sich oberst noch jenny und johnny auf die bühne, um mit ihnen eine nummer („wrecking ball“) aus dem neuen gillian welch album zu spielen… eine session mit den two gallants hat er sich wohl leider für die nächste show aufgehoben. aber was soll’s: meine augen glänzten auch so…

gestatten: queen of rockabilly, wanda jackson

zwar hatte noch niemand einen namen für diese musik, nichtsdestotrotz wurde sie erfunden, in den späten 50ern und anfang der 60er – und eine der einzigen proponentinnen, wenn nicht gar die einzige, war wanda jackson. eine frau mit einer stimme, der trotz 73-jährigen einsatzes noch immer eine gefährlichkeit inne wohnt, die einer amy winehouse um genau gar nichts nachsteht – wie donnerstag abends im rundherum bürgerlichen theater akzent zu erfahren war.

nach dem bemühten und deshalb durchaus auch mühsamen versuch eines wiener boogie-pianisten namens michael pewny die stimmung aufzuheizen (so nannte er das), begab sich jacksons begleitband – die münchner chris aron band – auf die bühne, deren hauptinteresse wohl recht unmissverständlich darin lag, ihren aktuellen tonträger zu vermarkten. was an sich ja nicht verwerflich ist, aber irgendwie nach dem gefühlten 100sten verweis, dass auch dieser song auf der CD sei, an originalität verliert…

chris aron band, theater akzent 2011

und dann kam sie: the queen of rockabilly – erzählte kleine geschichten aus ihrem bewegten, langen leben, bedankte sich bei producern, labels, verlegern und: sang – bis ihr die füße anschwollen und sie die schuhe wechseln musste. vom rattenscharfen shakin‘ all over (wie samir köck formuliert) über die alten hits fujiyama mama und funnel of love, ein kleines elvis-medley und auszüge aus dem neuen von jack white produzierten album the party ain’t over führte wanda jackson souverän durch ihr oeuvre – auch einen deutschsprachigen hit gab sie zum besten – ich muss gestehen, ich verstand nicht das allergeringste… anyway, es war ein rundherum gelungener abend, wir fühlten uns durchaus wohl inmitten der generation 65+, durchsetzt von ein paar musikjournalistInnen und rockabillies – und ein besonders netter herr erklärte uns dann noch beim rausgehen: gut, dass sie beide da waren, sie haben den altersschnitt mit sicherheit um 10 jahre gesenkt. wofür auch immer es gut war – es war ein vergnügen…

wanda jackson, theater akzent 2011

wanda jackson am 17.2. im theater akzent

treff ich den lieben herrn klöpfer ganz zufällig und er erzählt mir ganz euphorisch von der neuen platte wanda jacksons – produziert von jack white. ich, net deppert, mach mir so einen mentalen knopf ins hirn – und – da schau her – da guck ich den virtuellen standard durch, gerade eben, und stolper übers fluchsche gemoser betreffend die überproduziertheit von der jackson-platte – bei gleichzeitigem verweis drauf, dass sie live sicher straighter sein wird – was in bälde auch in wien zu überprüfen sein wird. da fall ich gleich aus allen wolken und bestell karten für mich und die gräfin – mach den mentalen knopf auf und sag auch schnell noch dem klöpfer bescheid: weil – das wird ganz bestimmt spitzenklasse!