21./22. Februar: Element of Crime im Gasometer

Wären die Konzerte an einem besuchbaren Ort, würde ich hingehen, mitschunkeln und die eine oder andere Träne zerdrücken, so aber, werde ich mit der Konserve vorlieb nehmen.

Wann kommt der Wind,
der uns weitertreibt,
irgendwohin,
wo keine Erinnerung bleibt
an jene Zeit,
die uns glücklich sah,
nüchtern und klar,
zu jedem Opfer bereit.

5. Jänner: Tribute to Hank Williams & Townes Van Zandt

hank williams

Hank Williams

Unser aller liebster Konzertveranstalter, der beherzte Herr Othmar, verortet das diesjährige Tribute zu den beiden Erzengeln der ruralen Traurigkeit in der herzerwärmenden Betonwanne des Fluc. Wir werden uns nicht abschrecken lassen und trotzdem hingehen.

Townes Van Zandt

Townes Van Zandt

4.12. ab 20.00 Uhr: The Dead Brothers im B72

Wenn irgend jemand das Sinistre von Weihnachten in einen Sound packen kann, dann die formidablen Herren aus der Schweiz. Hingehen und changieren zwischen durchgeknalltem Gelächter und hysterischem Weinen… Obenauf ist dann noch der Herr Kloepfer an den Turntables und kramt in seinen Laden!

Colin Stetson am 17. November im Blue Tomato

Gäbe es kein Twitter, ich hätte es vollkommen verpasst: Letztes Jahr fügte ich seine Trilogie New History Warfare in meine Best-of-Liste – und verpasste ihm dabei das Label

„irgendwo zwischen Jazz und Experiment und Minimal-Music“

Der unfassbare Colin Stetson kommt ins Blue Tomato, wo es heißt:

„ein musikalischer Trip der Extraklasse. Ohne Overdubs. Völlig abgefahrenes Zeugs.“

Reverend Shine Snake Oil Co. – 29. Oktober ab 21.00 Uhr im Fluc

Der dänische Reverend gibt sich – und also: uns – in den Betongewölben des Fluc die Ehre, Rewolfinger geben den passenden Support. Dass der Süden Amerikas in den Herzen der Menschen zu Hause und völlig unabhängig von Geographie ist, sollte spätestens nach der Andacht des Reverends klar sein. Hingehen und demütig das Haupt senken.

Swans – am Freitag, 17. Oktober, in der Arena

2012 veröffentlichte Michael Gira mit den Swans nach längeren Jahren wieder eine Platte The Seer.

„The Seer took 30 years to make, it’s the culmination of every previous Swans album as well as any other music I’ve ever made.“

Seither wird die Welt wieder mit frohen Botschaften bespielt.

All the mountains are crumbling
All the canyons are thundering
All the people are fucking
They’re just a pile of writhing selfish bless.

Mit Daniel Romano weinen

Für einen Abend wurde aus dem Local, eingezwängt zwischen Gürtel-Brücke, U-Bahn und Straßenbahn, umtost vom Straßenverkehr und ausgeleuchtet in Gelblicht, ein Honky-Tonk somewhere in the middle of nowhere. Ein einsames Licht, umgeben von undurchdringlicher Nacht.

Eine Steele-Gitarre dringt anklagend nach draußen, eine Violine pinselt traurige Striche.

Daniel Romano, 9/10 Local, Wien

Daniel Romano, 9/10 Local, Wien

Ein Mann besingt sein ewiges Unglück, wütet ob der beständigen Ungerechtigkeit, der auszuweichen er nicht imstande ist. Im Gegenteil, der Becher muss bis zur Neige ausgetrunken werden, was dem Kopf klar sein mag, macht für das Herz noch lange keinen Unterschied.

They say time can take the pain away, because time changes everything.
But time forgot to change my heart. Yes time forgot to change my heart.

Daniel Romano, 9/10 Local, Wien

Daniel Romano, 9/10 Local, Wien

Und – wir weinten nicht, wir übten bloß eine neue Rolle.

I’m not crying over you,
I’m not crying over you,
you might think so, but you’re wrong
know that feeling’s dead and gone
there’s crying, but is just a role I’m working on.

Daniel Romano war dank Othmar Loschy in der Stadt, die Freundin seiner Schwester, die uns vorab mit melancholischen Liedern beglückte, bekam von Roman Sonnleitner Geburtstagsküchlein überreicht, die Rührung stand uns allen ins Gesicht geschrieben. Nur der Steele-Gitarrist und die Bassistin, die verzogen keine Miene.