Das Shelter war ein Honky Tonk: Dale Watson

Dem Othmar Loschy ist gar nicht laut und oft genug Dank zu sagen dafür, dass er erstmalig Dale Watson nach Wien lotste, wo er gestern im Shelter ein herzhaftes Konzert gab. Dale Watson, dessen Aussehen und Auftreten allein schon was ikonenhaftes hat, mit inzwischen silbrig-weißer 50er-Tolle, flächigen Tattoos an beiden Armen, schwarzem Leder-Gilet und exakt gebügelter Anzughose über blank polierten Stiefeln.

dale watson, shelter, 12/2/13

dale watson, shelter, 12/2/13

Der Mann hat Stil, hat Klasse – und weiß über Country alles, was nötig ist.  Und bemächtigt sich dieser Roots wie unsereiner dem kleinen 1×1, wenn es gilt den nächsten Wocheneinkauf zu kalkulieren. Ob es nun ums bezeichnende Boom-Chicka-Boom von Johnny Cash geht oder des Timbre von Elvis – das beunruhigt Dale Watson ungefähr so viel wie die Aussicht noch mit 23 Menschen anstoßen zu müssen… Sein Territorium – hundertmal vermessen, da kennt er jede Achtelnote, jeden Akkord. Und das demonstrierte er im Shelter mit entsprechender Spielfreude, Abgeklärtheit und einer gehörigen Portion Selbstironie. Many Thanks, Mister Watson. Many Thanks, Mister Loschy.

dale watson, shelter 12/2/2013

dale watson, shelter 12/2/2013

 

pabst, 18. jänner, shelter

weil das shelter einfach ein wunderbarer club ist und außerdem daniel seine solo-cd im rahmen der label night präsentierte,  nahmen die gräfin und meine wenigkeit auch wochentags den weiten weg in den 20. auf uns, um dort dem pabst zu lauschen.

daniel pabst

pabst, 18. jänner, shelter

bekannt vom saucoolen jazz quartett trafo wandelt der pabst neuerdings auf solospuren und spielte sein erstes album ein – songs for a hopeless minder. kollege haubentaucher schrieb „keine fahrstuhlmusik“, womit er definitiv recht hat – wieso er meinte, dass der daniel sowas machen wollen würde, ist mir allerdings nicht ganz klar – insbesondere wenn man sein herkommen aus der jazz- und improvisationsecke in rechnung stellt. anyway… es war ein netter, sehr familiärer abend im shelter, daniel schien locker und gelöst – und arbeitete sich durch sein sehr intimes album, inspiriert begleitet von schlagwerk und bass. songs, für die ein genre erst erfunden werden müsste – was sehr sympathisch ist. pabst versucht sich nicht anzubiedern, die songstrukturen lassen maximal anklingen, bleiben aber sehr authentisch – immer wieder die gitarre, als gleichwertiges organ neben der singstimme. definitiv ein hörtipp…

hank williams & townes van zandt tribute, 14. jänner, shelter

anstatt im cafe stadtbahn das wienerlied im country zu verorten, pilgerten kloepfer und meine wenigkeit ins shelter, wo der gar nicht mit genug lorbeeren zu versehende othmar für einen tribute-abend zu ehren der beiden country-legenden hank williams und townes van zandt sorgte. als haupt-act reiste hank ray aus berlin an – und gab eine mitreissende kostprobe seines gesanglichen könnens.

hank ray

hank ray, 14. jänner, shelter

mir sagte der name hank ray bis zu jenem abend ja nicht allzu viel, hatte nur die raymen im ohr – eher verstiegene sachen richtung rocka- und psychobilly. solo – ist der mann ein erlebnis. hat eine gesangliches können, das einen recht fassungslos hinterlässt. großartig – countricide, sein tribute-album zu hank williams sei somit herzlich empfohlen – wiewohl er live noch viel besser klang…

is a dod, da mo?

elvis presleywenn noch so viel und ausgiebig über ihn geredet – und vor allem: gesungen – wird, ist das im grunde wurscht… beim elvis tribute am freitag im shelter hatte man gelegenheit verschiedenste arten&weisen des zugangs zum oeuvre des mannes aus tupelo zu erleben – und das war ganz formidabel, unterhaltsam und rührend. mitunter.

insbesondere erwähnen will ich die ambitionierten übersetzungen von brosd koal ins oberösterreichische, unvergesslich brannte sich die textzeile „is scho recht, mama“ in mein hirn. sehr super! außerdem noch ernesty international, die – in kloepfers worten – die rührendste version von „fever“ ever dem publikum zu ohren brachten (um genau zu sein, es war eloui!) und die kurze musikalische zerlegung der elvisschen vita on earth durch die rewolfingers – alles in allem: ein ganz wunderbarer abend! many thanks, to the veranstalters…