Sturgill Simpson: Life Ain’t Fair and the World Is Mean

Im LA Weekly wurde kürzlich eine Liste von Leuten abgedruckt, die Country machen, den der/die Interessierte gehört haben muss. Unter anderem Daniel Romano, den ich letztes Jahr schon in die Best of Charts wählte – und den der umtriebige Herr Loschy im Herbst nach Wien lotsen wird. Dass selbiger das 1. Americana Fest in Wien organisiert,  muss ebenfalls erwähnt werden: Ab 18. September ist rund ums WUK  mit erheblich mehr Karohemden und Cowboyboots zu rechnen.

Die LA Weekly listet auch Sturgill Simpson – über den Herrn stolperte ich erst neulich – und war sehr hingerissen…

Well, the most outlaw thing that I’ve ever done
was give a good woman a ring
But that’s the way it goes,
life ain’t fair and the world is mean.

 

jimi lebt!

(c) Marie Planeille

als jimi hendrix aus dem koma erwachte, lag er in einem tuareg-zelt im norden von mali. er wusste weder wo er war, noch wer er war. er kannte keinen der restlichen menschen im zelt. sie beachteten ihn nicht weiter, saßen rund um ein lagerfeuer, tranken tee und jammten auf gitarren und klatschten dazu. er hörte ihnen zu und verstand zunächst kein wort. nach und nach brachten sie ihm ihre sprache bei, irgendwann ließen sie ihn auch auf der gitarre spielen: und sie konnten kaum glauben, was sie dann zu hören kriegten. er wusste selbst nicht, wann und wo er so zu spielen gelernt hatte. es interessierte auch keinen. fortan spielte er mit ihnen – und irgendwann erklärte er ihnen, dass die gitarren durchaus interessant klingen würden, wenn sie elektrisch verstärkt werden. sie nannten sich tinariwen (was in ihrer sprache „wüsten“ heißt), nahmen eine platte auf und spielten ihr erstes großes konzert in mali beim „festival au desért“. gestern spielten sie in wien. es war furios. die wüste erstreckte sich bis ins WUK. der sand knirschte, wenn ich die zähne zusammenbiss. was ich vor allem tat, weil ich bis dahin nicht wusste, dass jimi lebt. sie lernten auch österreichisch: danke schön! das sagten sie immer wieder mal, nachdem sie eines ihrer stücke fertig gespielt hatten. sie ließen sich viel zeit dabei. oft begann ein einzelner musiker alleine mit einem lied und die anderen stimmten erst später mitein, oft klang es wie ein zwiegespräch, wie wenn einer spricht – und die wüste antwortet ihm. immer hatte ich den eindruck, dass der rhythmus ziemlich genau verschiedenen kamelgeschwindigkeiten entsprach: vom gemächlich wandernden kamel, zum trabenden bis zum galoppierenden… alles war zu hören, alles gabs zu sehen. ich verstehe jetzt, was es heißt, wennn von söhnen der wüste gesprochen wird…

isobel campbell & mark lanegan am sonntag 6. 2. im WUK

ich find den vergleich mit nancy&lee ja unangebracht… nichtsdestotrotz ist ein feines konzert zu erwarten. lanegan ist mit sicherheit einer, der die crowd zu rocken versteht (wie im flex letztes jahr zu erleben war) – und wenn dann die mindestens schön anzuschauende und definitiv schön singen könnende isobell campbell auch noch die bühne ziert: sex and the country, wie der fluch sinnierte…