christmas… for outcasts…

es war vor etwa zwei jahren, wo ich über eine erkleckliche anzahl von interessanten, vergnüglichen, abgedrehten weihnachtssongs gestolpert bin. kurzentschlossen habe ich damals beschlossen, für meine lieben compilations mit weihnachtsliedern zusammen zu stellen, die als gegenprogramm zur weihnachtsbaumbeleuchteten familienaufstellung durchgehen… das wiederholte sich dann das jahr drauf – und auch heuer bin ich eben am fertig stellen meiner diesjährigen sammlung.

die heraus ragenden tracks 2011 sind – zuallererst die beinahe monumentale interpretation von „stille nacht“ von josh t. pearson. der mann der dieses jahr mit „last of the country gentleman“ wohl eines der stärksten folk-alben vorgelegt hat, dehnt den klassiker auf über acht minuten – und: natürlich ist er auch in sachen heiliger nacht völlig humorlos.
hörprobe: josh t. pearson: o holy night (mp3)

sehr hörenswert ist auch jim whites story vom verrecken eines busses am christtag inmitten vom nirgendwo…
hörprobe: jim white: christmas day (mp3)

einen recht humorlosen zugang zur jährlichen bimmelei haben auch die guinea worms – insbesondere das olfaktorische gewese hats diesen herren angetan…
hörprobe: guinea worms: christmas stunk (mp3)

in der beliebten reihe – ungewöhnliche orte, wo der heilige abend verbracht werden kann firmiert auch ox – hier wird (wieder einmal) das gefängnis bemüht.
hörprobe: ox: xmas in the jailhouse (mp3)

zu guter letzt noch eine nummer aus dem santa claus-genre – man kann nämlich den klassiker der beasts of bourbon auch auf den mann mit der pudelmütze umlegen…
hörprobe: thirsty dave’s western caravan: psycho (mp3)

koinzidenzen: alte männer

willie nelson, 20/6/10, wr. stadthalle

willie was here – eine erscheinung. nicht umsonst glaubt man sein haupt von einem heiligenschein umrahmt. unwahrscheinlich – der 1933 in abbott, texas, geborene wühlte sich unverdrossen und mit glasklarer stimme durch sein unvergleichliches oeuvre, improvisierte auf seiner akkustikgitarre jazzstrukturen, dass dem österreichischen möchtegern-hilly-billytum der kalte schweiß unter den lederstetsons ausbrach, einzig der mundharmonikaspieler seiner familiären begleitband war im stande der komplexheit der aufgebrochenen songstrukturen zu folgen und parierte mit sauberen solis… wohingegen der mann am beserlschlagzeug stur weiter kehrte, als gäb’s kein morgen. wie auch immer – die erscheinung fand nach rund zwei stunden sein ende mit: i saw the light… gänsehaut.

und dann war da noch: al green! der reverend zeigte dem staatsopernpublikum im rahmen des jazzfests wien – wieder einmal muss die wichtigkeit dieser konzertreihe hervor gestrichen werden – wie sexy glauben sein kann – was angesichts der vorkommnisse in der katholischen kirche durchaus wohltuend sein kann. wenn man sich die verbissenen gesichter der hiesigen geistlichkeit anguckt und dann in das breit lächelnde gesicht al greens schaut, der singend predigt , der mit seiner 14-köpfigen begleitband (wahnsinnig abgebrüht und hochprofessionell!) souverän durch seine welthits pflügt, langstielige rote rosen an die damen verteilt und immer wieder sein credo beteuert: i love you – so wie er die ganze welt zu umarmen gedenkt, womöglich verschluckt hat, was einem beim anblick des kugelbauchs durchaus in den kopf kommen könnt…

zum andenken an meinen dad, einem alten mann, den ich sehr geliebt hab, und der eben zwischen diesen beiden konzerten den letzten rehbock auf dieser welt gesehen hat…

Johnny Cash: We’ll Meet Again (m4a)
Al Green: I’m So Lonesome I Could Cry (m4a)
Antony And The Johnsons: Hope There’s Someone (mp3)

und es war: gigantisch

(c) manfred bruckner

howe gelb gab samt seiner neu formierten giant sand dem haus der musik die ehre – auch wenn er sich, glaub‘ ich, bis zum schluss nicht klar war, was denn das sein soll – ein haus der musik… verschmitzt vor sich hin lächelnd spielte er brandneue lieder extra leise, damit die fehler auch wirklich gut hörbar sind, wie er dem euphorisierten publikum mitteilte. ich hörte gut zu – allerdings war ich mir nie ganz sicher, ob die mitunter schrägen akkorde, die etwas verzögerten ansätze nicht einem kalkül folgten – weils dann, summa summarum, einfach beeindruckend klang. wie auch immer, ein wirklich schöner konzertabend – und wenn ich mir bis jetzt ebenfalls nicht sicher war, wofür dieses haus der musik gut ist – jetzt weiß ichs: es ermöglichte mir mein erstes giant sand-konzert – wofür ich echt dankbar bin!

ps: weil howe gelb dann zugabenmäßig noch den folsom prison blues in einer straight rockigen version spielte anbei – eine, meines erachtens sehr gelungene von keb‘ mo‘

keb‘ mo‘: folsom prison blues (mp3)

gigantisch

giant sand spielt heute im rahmen des 10 jahres-fests vom haus der musik ein konzert in wien! ganz große empfehlung… anbei die nummer, die mich seinerzeit reinkippen ließ und schwer mitverantwortlich für meine country vorliebe ist.

giant sand: king of the road (m4a)

thematisch unmittelbar anschließend – einer der wohl bekanntesten willie-songs ever – zum mitschunkeln und: glücklich sein! übrigens: schon vernommen – willie hat sich die haare schneiden lassen… unpackbar…

Aydelotte, Pearl/AP

willie nelson: on the road again (mp3)

tindersticks

tindersticks(c) ondrusova

die tindersticks präsentierten am donaufestival in krems ihr neues album falling down a mountain – ein verspätetes geburtstagsgeschenk an die gräfin aus tontechnischen händen… ein recht professioneller auftritt ohne große höhepunkte, staples gewohnt in sich gekehrt, mitunter ein bissl outrierend… nunja. bei black smoke versuchte ich es sogar mit mitwippen.

tindersticks: black smoke (mp3)

willies neues album…

willie nelson, country music

country music ist seit 20. april zu kriegen – und, wie gut informierte kreise berichten, arbeitet sich willie dabei durchs songbook klassischer americana. aufgenommen in nashville, produziert von t bone burnett, gibt es drauf einen neuen song von willie: man with the blues. ansonsten viele tlw. sehr populäre bluegrass- und folksongs.

recht klassisch interpretiert auch matthew houck willies oeuvre auf dem formidablen willie-cover album von phosphorescent to willie (2009) – ganz große empfehlung…

Phosphorescent: I Gotta Get Drunk (mp3)

the blackeyed susans

wiederholt werden muss ganz unbedingt charlie fluchs konzertempfehlung für die ganz herzzerreißenden blackeyed susans – des montag abends werden sie kein herz unberührt lassen, wenn sie die fluc-wanne schäumen. fluch schreibt von „herzensbrecher(n) mit stil“ – und wer das nicht glauben will, der überzeuge sich selbst:

The Blackeyed Susans: Summer Kisses, Winter Tears (m4a)

dass good ol‘ willie im genre herzschmerz ebenfalls kein unbedarfter ist, bräuchte wahrscheinlich keine extra-erwähnung – trotzdem ein track, der da ganz hinterfotzig klar macht, dass es nur eine/n geben kann auf dieser welt…

Willie Nelson: Are You Sure (mp3)